Ein spannender Austausch mit drei Innovationsexpert:innen aus der Unternehmenspraxis – moderiert von Colin Nelson – darüber, wie Innovationsverantwortliche ihre Programme erfolgreich aufsetzen.
Was wäre, wenn Sie ein neues Innovationsjahr in einer einzigen Session planen könnten – und danach absolute Klarheit über Prioritäten, Budgets und Umsetzungsschritte hätten?
Diese Knowledge-Session von Colin Nelson (Chief Innovation Consultant bei HYPE) mit zwei weiteren Innovationsexpert:innen zeigte auf, wie das geht. Konkret wurde beleuchtet, wie Innovationsplanung in einem dynamischen, unsicheren Umfeld gelingt. Mit dabei:
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Jennifer Dunn (Head of Consulting at HYPE)
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Chris Docherty (Team Leader Innovation Consulting at HYPE)
Ausgehend von ihrer praktischen Arbeit in der Umsetzung und Beratung von Innovationsprogrammen zeigten die drei Diskussionspartner:innen auf, worauf es wirklich ankommt – vor allem dann, wenn ein Innovationsprogramm zu Jahresbeginn neu aufgesetzt wird.
Im Fokus standen dabei nicht theoretische Modelle oder Frameworks, sondern die Frage: Was funktioniert wirklich in der Praxis – wenn gleichzeitig kurzfristige Erfolge (Quick Wins) und langfristige Durchbrüche gefragt sind?
Die folgende Zusammenfassung liefert Ihnen einen schnellen Überblick – oder schauen Sie sich die vollständige Aufzeichnung an, um tiefer in die Diskussion, Fragen aus dem Publikum und Praxisbeispiele einzusteigen.
Warum Innovationsplanung oft scheitert – und was auf dem Spiel steht
Viele Unternehmen starten mit großen Ambitionen ins Jahr – scheitern aber daran, ihre Pläne in konkrete Ergebnisse zu überführen:
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Fragmentierte Aktivitäten: Es fehlt der klare Überblick darüber, woran gerade gearbeitet wird
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Fehlende Umsetzung: Mitarbeitende werden nach Ideen gefragt, sehen aber keine Folgemaßnahmen
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Veraltete Kennzahlen: Führungskräfte verlassen sich auf verzögerte Kennzahlen (Lagging Metrics) und verpassen frühe Signale
- Verpasste Chancen: Vielversprechende Gelegenheiten werden zu spät erkannt – wenn der Markt sich bereits weiterentwickelt hat
Die Folge: Innovation verliert an Glaubwürdigkeit. Budgets werden schwerer zu sichern. Engagement sinkt. Organisationen agieren reaktiv statt proaktiv.
Was hier auf dem Spiel steht: Nicht nur die Innovationsleistung – sondern die Fähigkeit der Organisation, sich in einem dynamischen Umfeld anzupassen, neu auszurichten und die eigene Zukunft zu sichern.
Die Session konzentrierte sich deshalb auf drei zentrale Fähigkeiten, die helfen, genau diese Probleme zu vermeiden und früh im Jahr Momentum aufzubauen.
Drei Grundlagen für ein starkes Innovationsjahr
1. Innovationsportfolio-Management (Colin Nelson)
Die Diskussion startete mit einer Herausforderung, die viele Unternehmen kennen: „Wir innovieren zwar – aber wir wissen eigentlich nicht, wohin unsere Zeit, unser Geld und unsere Ressourcen fließen.“
Ohne Transparenz riskieren Unternehmen:
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Doppelarbeit in verschiedenen Teams
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Überinvestition in inkrementelle Projekte (Kleinstverbesserungen
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Übersehen strategisch wichtiger oder langfristiger Chancen
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Schwierigkeiten, der Geschäftsführung den Wert von Innovation zu vermitteln
Die Empfehlung:
Schaffen Sie eine zentrale Informationsquelle (Single Source of Truth) für alle Innovationsaktivitäten – nicht um jeden Schritt zu kontrollieren, sondern um Transparenz und bessere Entscheidungen zu ermöglichen.
Diskutierte Kernprinzipien:
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Nutzen Sie einfache, gemeinsame Kategorien als einheitliche Sprache
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Erfassen Sie nur die wichtigsten Innovationsdaten: Investitionen – erwarteter Impact – Zeitrahmen – Risiko-/Qualitätsbewertung
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Verknüpfen Sie Entscheidungen über Budgets & Ressourcen mit Sichtbarkeit: Projekte, die vorankommen wollen, müssen sichtbar sein
Warum das funktioniert:
Wenn Führungskräfte das gesamte Portfolio sehen, verändert sich die Diskussion – weg von der Meinung hin zur faktenbasierten Entscheidung. Innovation wird wie ein Investitionsportfolio gesteuert – kurzfristige Erfolge (Quick Wins) und langfristige Initiativen lassen sich gezielt ausbalancieren – und bei Bedarf flexibel anpassen.
Wichtigste Erkenntnis:
Transparenz verbessert strategische Diskussionen. Sie verlieren keine Flexibilität – Sie gewinnen Alignment und Klarheit. Weitere Informationen finden Sie in der vollständigen Aufzeichnung unserer On-Demand-Veranstaltung “Mastering Innovation Portfolio Management”.
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2. Aktive Einbindung von Mitarbeitenden in Innovation (Jennifer Dunn)
Innovation scheitert selten an fehlenden Ideen – sondern daran, dass Menschen nicht mehr daran glauben, dass ihr Beitrag etwas bewirkt.
Jennifer Dunn verwies hier auf eine ernüchternde Zahl von Gallup: 2024 lag das globale Engagement von Mitarbeitenden bei nur 21 %. Das bedeutet: Nur etwa jede fünfte Person fühlt sich wirklich eingebunden.
In Innovationsprogrammen entscheidet das Engagement darüber, ob:
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Mitarbeitende Ideen, Erkenntnisse und Fachwissen einbringen
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Teams Veränderungen mittragen und umsetzen
- Innovation über ein zentrales Team hinaus skaliert
Was in der Praxis funktioniert:
- Kontinuität statt Einzelaktionen:
Fragen Sie regelmäßig (monatlich oder quartalsweise) nach Beiträgen, nicht nur sporadisch. Beständigkeit schafft mehr Vertrauen als große, einmalige Kampagnen.
- Gezielte Fragestellung:
Fragen Sie nicht pauschal nach „Ideen“ – sondern stellen Sie die richtigen Fragen und nutzen Sie je nach Ziel unterschiedliche Beteiligungsformate (z.B. Problemlösung, Entwicklung).
- Klare Rückmeldung:
Kommunizieren Sie offen, was Sie gelernt haben, was geändert wurde und was als Nächstes passiert. Glaubwürdigkeit schafft Beteiligung.
Beispiel:
Eine Organisation startete eine kurze Kampagne mit dem Titel “Kill a Stupid Rule“. Der größte Erfolg waren nicht die Ideen selbst, sondern das entstandene Vertrauen: Mitarbeitende sahen, dass Führungskräfte schnell und sichtbar handeln – das schuf Momentum für größere Initiativen.
Wichtigste Erkenntnis:
Engagement wächst, wenn Menschen konkrete Ergebnisse sehen – nicht nur Botschaften oder Slogans. Weitere Informationen finden Sie in der vollständigen Aufzeichnung unserer On-Demand-Veranstaltung How to Involve Employees for Faster, More Impactful Innovation Results.
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3. Erkennen von Marktsignalen – die 5 Stufen (Chris Docherty)
Der dritte und letzte Teil der Session beleuchtete, wie Organisationen Veränderungen wahrnehmen – und warum viele entscheidende Entwicklungen zu spät erkannt werden.
Chris Docherty stellte die fünf Stufen des Erkennens von Marktsignalen (Market Signal Listening) vor und machte deutlich: Zuhören ist keine Frage von Ja oder Nein, sondern der Tiefe. Organisationen hören unterschiedlich intensiv zu – und diese Ebenen bestimmen, wie früh oder wie spät sie auf Veränderungen reagieren.
Sein zentraler Gedanke:
Zuhören ist Governance. Governance bestimmt, was Aufmerksamkeit bekommt, was finanziert und umgesetzt wird. Die Art und Weise, wie ein Unternehmen auf Marktsignale hört, formt daher direkt seine Zukunft.
Die fünf Stufen des Zuhörens (Market Signal Listening)
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Stufe 1 – Reaktives Hören
Signale werden erst erkannt, wenn sie offensichtlich oder dringend sind. Es gibt keinen strukturierten Ansatz zur Erfassung früher Hinweise. -
Stufe 2 – Datengetriebene Wahrnehmung
Valide Daten und Trends werden zwar verfolgt – frühe oder unbequeme Signale aber oft als Rauschen abgetan und ignoriert. -
Stufe 3 – Mustererkennung
Signale werden gezielter erfasst, aber die Erkenntnisse bleiben fragmentiert. Ohne Zusammenführung sind Muster schwer erkennbar und kaum nutzbar. -
Stufe 4 – Gesteuertes Zuhören
Signale werden gemeinsam geprüft und in aussagekräftigen Mustern zusammengefasst. Governance-Formate schaffen Raum für Diskussion und kritische Reflexion. -
Stufe 5 – Adaptive Governance
Zuhören ist fest in die Governance integriert bzw. Bestandteil der Unternehmenssteuerung. Auch schwache Signale, Unsicherheiten und Überraschungen werden als strategisch relevant betrachtet. Das ermöglicht frühzeitige Kurskorrekturen.
Wichtigste Erkenntnis:
Je besser eine Organisation auf Marktsignale achtet, desto früher kann sie sich anpassen. Schwache Signale sind entscheidend – denn sobald sie offensichtlich sind, ist es oft schon zu spät, um darauf zu reagieren.

Wie diese drei Kompetenzen zusammenwirken
In Kombination verstärken sich diese drei Grundlagen gegenseitig:
- Ein klares Innovationsportfolio schafft Transparenz und Fokus
- Engagierte Mitarbeitende verbessern die Qualität von Ideen, deren Validierung und Umsetzung
- Starkes “Listening“ hilft Organisationen, Veränderungen zu antizipieren, statt nur darauf zu reagieren
Gemeinsam helfen sie Innovationsverantwortlichen dabei:
- Finanzmittel fundiert sicherzustellen
- Innovation an der Unternehmensstrategie auszurichten
- schneller und effizienter voranzukommen
- Glaubwürdigkeit bei Führungskräften und im gesamten Unternehmen aufzubauen
Checkliste für Führungskräfte
Etablieren Sie eine zentrale Informationsquelle (Single Source of Truth) für Innovationsarbeit: Machen Sie laufende Initiativen, Investitionen und verfügbare Ressourcen teamübergreifend sichtbar, um fundierte Priorisierungs- und Entscheidungsprozesse zu ermöglichen.
Definieren Sie wenige Management-taugliche Portfolio-Kennzahlen: Setzen Sie auf wenige, aber entscheidungsrelevante Metriken, damit Führungskräfte schnell Orientierung gewinnen und gezielt handeln können.
Gestalten Sie Engagement zielgerichtet: Verzichten Sie auf offene Ideenaufrufe ohne Kontext – formulieren Sie stattdessen klare Fragestellungen und gezielte Impulse, die auf konkrete Ziele einzahlen (z.B. für Problemlösung, Validierung oder Exploration).
Machen Sie Follow-ups konsequent sichtbar: Kommunizieren Sie nach jeder Aktivität transparent, was Sie gehört haben, welche Maßnahmen daraus entstanden sind und wie die nächsten Schritte aussehen.
Erfassen und bündeln Sie externe Marktsignale systematisch: Führen Sie Erkenntnisse zu Trends, Technologien, Kundenverhalten und regulatorischen Entwicklungen strukturiert zusammen.
Integrieren Sie "Listening“ in Ihre Governance: Berücksichtigen Sie auch schwache Marktsignale und Unsicherheiten aktiv in Ihren Entscheidungsprozessen – als strategisch relevante Inputs.
Sie möchten tiefer einsteigen?
Wenn Sie ein neues Innovationsjahr planen und Unterstützung bei der Priorisierung, bei Portfolio-Transparenz, Engagement oder strategischem Listening brauchen, bietet Ihnen HYPE eine kostenlose Beratung sowie ein kurzes Innovation Management Assessment an. So können Sie Ihren Reifegrad bestimmen und die wichtigsten nächsten Schritte identifizieren.







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