Neben den „P“ des Marketing-Mix gibt es eine Fülle weiterer Begriffe, Formate und Konzepte, die auf das interne Marketing des Ideenmanagements übertragen werden können, um daraus Anregungen und Strukturierungshilfen zu gewinnen. Mit „Marketing-Brillen“ von A wie AIDA bis Z wie Zufriedenheitsanalyse nimmt die in diesem und dem nächsten Blogbeitrag vorgestellte Sammlung das Ideenmanagement aus den unterschiedlichsten Perspektiven in den Blick – hier zunächst von A bis K.
Die im Folgenden genannten Konzepte, Methoden und Werbemittel können Sie auch dann mit Erfolg für das interne Marketing Ihres Ideenmanagements nutzen, wenn Sie dabei weder den begrifflichen Fachjargon noch die einschlägigen Modelle von Marketingprofis im Kopf haben. Dennoch kann es hilfreich sein, die Vielfalt dessen, was sich Ideenmanagerinnen und Ideenmanager mit viel Herzblut für die Förderung „ihres“ Ideenmanagements einfallen lassen, einmal in die Systematik der Begriffe, Formate und Konzepte aus der Marketing-Welt einzuordnen – etwa, um bewährte Maßnahmen noch zielgerichteter und effizienter aufeinander abzustimmen, oder auch, um vielleicht die eine oder andere neue Anregung zu erhalten.
„AIDA“ steht für die Begriffe Aufmerksamkeit (Attention), Interesse (Interest), Wunsch (Desire) und Handlung (Action). Das AIDA-Modell beschreibt damit vier Phasen eines Prozesses, den Kunden durchlaufen, bis sie am Ende (als Handlung / Action) den Kauf tätigen. Es kann als Leitfaden für die Gestaltung von Marketingstrategien, -maßnahmen und einzelnen Werbemitteln genutzt werden.
Diese vier Phasen gilt es auch für das interne Marketing des Ideenmanagements zu beachten – sei es als Daueraufgabe (kontinuierlich Aufmerksamkeit und Interesse wachhalten, Lust und Handlungsbereitschaft zum Einreichen fördern) oder bei speziellen Vorhaben (z.B. Kampagnen).
Affiliate Marketing bezeichnet eine Marketingmethode, bei der Partner (englisch: Affiliates) Produkte bewerben und eine Provision für generierte Verkäufe erhalten.
Das Ideenmanagement kann dieses Prinzip nutzen, ohne Provisionen zu zahlen. Beispielsweise können folgende „Partner“ das Ideenmanagement „verkaufen“, indem...
… die Personalabteilung im Onboarding-Prozess Informationen zum Ideenmanagement weitergibt;
… die Arbeitssicherheit bei jedem Vorfall (von einem Beinaheunfall über eine Pflasterentnahme bis zum meldepflichtigen Unfall) eine kurzfristige Mini-Kampagne veranlasst, wie der Vorfall hätte verhindert werden können;
… Führungskräfte Vorschlagsformulare oder Kärtchen mit QR-Codes zum Aufruf der Ideenmanagement-App mit sich tragen, die sie bei passenden Gelegenheiten ermutigend an Mitarbeiter weitergeben;
… Kampagnen Owner in Videos ihr spezielles Anliegen erklären und zur Mitwirkung motivieren.
Mehr zu potenziellen „Bündnispartnern“ des Ideenmanagements finden Sie in den Blogbeiträgen „Erfolgsfaktor 2/9 – Prozess: Kooperation“, „Ideenmanagement und Personalabteilung als „Bündnispartner“, „Ziele und Kenngrößen für das Ideenmanagement und seine Bündnispartner“.
Buzz Marketing ist ein anderer Begriff für Empfehlungsmarketing oder schlicht: Mundpropaganda. Es geht darum, aufregenden (= Aufmerksamkeit erregenden) Gesprächsstoff rund um ein Produkt oder eine Marke zu schaffen und seine Verbreitung (z.B. durch Influencer) zu fördern.
Im Ideenmanagement finden sich dafür folgende Beispiele:
Exzeptionell hohe Prämien oder besonders attraktive Gewinne (z.B. bei Verlosungen, Ideenwettbewerben) als Gesprächsthemen aufbringen – wobei das Risiko besteht, die extrinsische Motivation zu stark in den Vordergrund zu stellen und intrinsische Motive zu verdrängen
Content Marketing verbreitet informative oder unterhaltsame Inhalte, die für die jeweiligen Zielgruppen relevant und wertvoll sind. Anstatt mit werblichen Aussagen die eigene Kompetenz nur zu behaupten, soll sie durch die Inhalte demonstriert werden.
Mögliche Inhalte, mit denen sich das Ideenmanagement profilieren kann, sind beispielsweise:
Zur Verbreitung solcher Inhalte sind nahezu alle Medien geeignet: z.B. Broschüren, Mitarbeiterzeitungen, Newsletter, Video-Tutorials, Erklärvideos, Mitarbeiter-Apps, interne Social Media, Teams-Kanäle, RSS-Feeds, themenspezifische Abos. Wie häufig und mit welcher Wirkung diese Medien genutzt werden, ist ebenfalls Gegenstand im aktuell laufenden „Kennzahlenvergleich Ideenmanagement 2025“.
Die Customer Journey beschreibt den Weg eines Kunden mit all seinen Erfahrungen und Berührungspunkten (Touchpoints), die er von der ersten Wahrnehmung des Produkts bis zur dauerhaften Bindung erlebt. Hierzu zählen nicht nur die direkten Kontakte (z.B. Anzeigen, Werbespots, Webseiten), sondern auch die indirekten Kontakte, an denen er die Meinung Dritter über ein Produkt, eine Dienstleistung oder eine Marke einholt (z.B. Warentests, Bewertungsportale, Userforen, Blogs). Während sich das oben genannte AIDA-Modell auf die Wegabschnitte von der ersten Wahrnehmung bis zum Kauf fokussiert, geht die „Reise des Kunden“ weiter und lässt ihn im Idealfall zum Markenbotschafter werden.
Typische Stationen und Phasen einer Customer Journey im Ideenmanagement sind für Mitarbeiter (als potenzielle Einreicher):
Um die Customer Journey in einem konkreten Ideenmanagement zu erstellen, werden zunächst alle möglichen Berührungspunkte aufgelistet und danach charakterisiert, um welche Art von Kontakt es sich jeweils handelt: persönlich, über ein digitales oder analoges Medium, vom Ideenmanagement herbeigeführt oder zufällig entstanden, vom „Kunden“ oder durch andere veranlasst? Möglicherweise können sich Wege gabeln und es können sich Schleifen ergeben – all dies wird in einer „Journey Map“ möglichst sinnfällig visualisiert.
Im nächsten Schritt gilt es, die Perspektive eines „Kunden“ einzunehmen und seine Handlungen, Gedanken, Emotionen, Ziele und Schmerzpunkte (Pain Points) über die verschiedenen Berührungspunkte hinweg ebenfalls in der „Journey Map“ sichtbar zu machen. Da verschiedene Mitarbeitertypen unterschiedliche Bedürfnisse an das Ideenmanagement haben, werden hierfür oft „Personas“ (siehe nächsten Blogbeitrag) erstellt und „auf die Reise geschickt“.
Das erleichtert, die „Moments of Truth“ zu identifizieren: kritische Punkte, an denen der „Kunde“ entscheiden könnte, die Reise abzubrechen (z.B. zu anspruchsvolle Anforderungen an eine Idee, zu komplizierte Eingabemaske) oder das Interesse an einer Fortsetzung bzw. Wiederholung verlieren könnte (z.B. fehlende Rückmeldung, inhaltsleere Begründung einer Ablehnung).
Zu guter Letzt noch drei Beispiele für mögliche „Reiseerlebnisse“ im Ideenmanagement: Stellen Sie sich vor …
… Sie sind jung, digital-affin und … stoßen auf das Ideenmanagement zum ersten Mal in Form von Papierformularen in einer Box neben einem zerbeulten Briefkasten // … wurden bereits im Vorstellungsgespräch darauf hingewiesen, wie sehr man sich auf Ihre Beiträge für Verbesserungen freuen würde, und erhalten nach Ihrem Eintritt in das Unternehmen per Mitarbeiter-App eine personalisierte Begrüßungsnachricht des Ideenmanagements
… Sie haben erstmals eine Idee, die Sie gern vorschlagen würden, aber vergessen, wie das geht. Sie schauen in das Mitarbeiterportal und auf schwarze Bretter und … finden nichts, was einen Bezug zum Ideenmanagement erkennen lässt // … finden sofort deutlich erkennbare Hinweise, wie es weitergeht
… Sie sind als gut qualifizierte Fachkraft noch nicht lange im Unternehmen und … erhalten per E-Mail die Aufforderung, innerhalb einer Frist ein Gutachten zu einem in Ihr Fachgebiet fallenden Vorschlag zu erstellen, ohne dass Sie zuvor von der Existenz und Funktionsweise des Ideenmanagements gehört haben // … werden von einem sogenannten Ideenmanager zu einem Kaffee eingeladen, der Sie über die Existenz und Funktionsweise des Ideenmanagements informiert
Direktmarketing setzt auf die direkte Ansprache von potenziellen Kunden. Das kann etwa durch Postsendungen, Telefonanrufe, E-Mails oder personalisierte Werbeanzeigen im Internet erfolgen.
Beispiele im Ideenmanagement sind:
Im „Kennzahlenvergleich Ideenmanagement 2025“ zeichnet sich bereits ab, dass die persönliche Ansprache durch das Ideenmanagement vergleichsweise häufig als Marketinginstrument genutzt wird. Wie stark der Zusammenhang mit Erfolg im Ideenmanagement ist (etwa im Vergleich zu Präsenzveranstaltungen), erfahren Sie in Ihrem individuellen Ergebnisbericht. Vor dem Hintergrund, dass der Mensch von Natur aus ein „soziales Wesen“ ist (siehe Blogbeitrag „Neuroideenmanagement 2 – das Gehirn als Sozialorgan“) würde es jedenfalls nicht verwundern, wenn der persönliche Kontakt – und damit das „P“ für „People“ – gerade auch im Ideenmanagement eine wichtige Rolle spielt.
Erlebnismarketing zielt darauf, durch erlebnisorientierte Veranstaltungen und Aktionen eine emotionale Bindung zu Kunden aufzubauen.
Greift man aus dieser Strategie vor allem den Gedanken der Erlebnisorientierung auf, dann bestehen Anwendungsmöglichkeiten im Ideenmanagement darin, als Gewinne bei Verlosungen oder Ideenwettbewerben „Erlebnisse“ auszuloben. Dafür gibt es ein breites Spektrum an Beispielen:
Die jeweiligen Gewinner können gebeten werden, Fotos, Videos und/oder kurze Berichte von ihren Erlebnissen bereitzustellen, die wiederum (als sogenannter User-generated Content) für das Marketing genutzt werden.
Als Teilnehmer am aktuellen „Kennzahlenvergleich Ideenmanagement 2025“ enthält Ihr individueller Ergebnisbericht als Anregung eine Liste von Gewinnen, die bei glücklichen Gewinnern in den teilnehmenden Unternehmen besonders gut ankamen.
Eventmarketing nutzt Veranstaltungen, um potenziellen Kunden unternehmens- und produktbezogene Kommunikationsinhalte erlebnisorientiert zu vermitteln.
Für das Ideenmanagement kommt ein breites Spektrum an Events in Frage:
Welche Rolle Ideenwettbewerbe und Verlosungen für das Marketing des Ideenmanagements tatsächlich spielen, ist ebenfalls Thema im aktuellen „Kennzahlenvergleich Ideenmanagement 2025“.
Guerrilla Marketing setzt unkonventionelle, oft kostengünstige und lustige Taktiken ein, um mit Überraschungseffekten Aufmerksamkeit zu erregen. Damit sollen „kreative Störmomente“ im Arbeitsalltag geschaffen werden, um die Belegschaft emotional anzusprechen.
Dieses Konzept können Sie für das Ideenmanagement insgesamt, für spezielle Neuerungen oder für besondere Aktionen (z.B. Kampagnen) nutzen, beispielsweise indem Sie …
Werbemittel und -medien des klassischen Marketings wie Flyer und Plakate, Anzeigen in Zeitungen und Zeitschriften, Fernseh- und Radiowerbung werden auch im Zeitalter der Digitalisierung und des Internets nach wie vor genutzt.
Zumindest im Bereich der Print-Medien wie Flyer, Plakate und Mitarbeiterzeitungen ist das auch im Ideenmanagement nicht anders (während unternehmensinterne Radio- oder Fernsehangebote sowieso nur in sehr wenigen Unternehmen zu finden waren bzw. sind).
Mehr zur Verbreitung und Erfolgsrelevanz dieser Medien: Sie wissen schon …
Nutzen Sie Ihre Ergebnisse des Kennzahlenvergleichs Ideenmanagement als Werkzeug, um Ihr Ideenmanagement operativ, konzeptionell und argumentativ für gegenwärtige und zukünftige Herausforderungen zu stärken!
Lesen Sie auch die anderen Blogposts zum Thema Marketing:
Alle Erwähnungen von Produkten und Unternehmen sind redaktioneller Natur und wurden nicht bezahlt.