Nachdem im letzten Blogpost das Ideenmanagement als „Produkt“ im Vordergrund stand, geht es hier nun um weitere „Ps“ des Marketing-Mix: den „Preis“, die „Platzierung“, die „Promotion“ und das „Personal“. Insbesondere die mit „Promotion“ bezeichneten Kommunikationsmaßnahmen spielen im operativen Geschehen des Ideenmanagements eine wichtige Rolle, da Imageförderung und Werbung laufende Daueraufgaben sind – die Ergebnisse des Kennzahlenvergleichs Ideenmanagement 2025 werden Ihnen zeigen, wie verbreitet und erfolgsrelevant solche Maßnahmen im Einzelnen tatsächlich sind.
Mit der Preispolitik werden die (vor allem preislichen) Konditionen festgelegt, unter denen die Produkte und Leistungen angeboten werden. Auch im Ideenmanagement besteht der „Preis“ im „Aufwand“, der „investiert“ werden muss, um in den Besitz oder Genuss des „Produkts“ zu kommen.
Die Regularien, in denen festgelegt wird, welchen Anforderungen ein Vorschlag genügen muss, was als Vorschlag gilt und was nicht (einschließlich der Festlegung von „Ausschlussthemen“, zu denen erklärtermaßen keine Vorschläge erwünscht sind, oder der Regelungen zur Abgrenzung zwischen Vorschlägen und der Arbeitsaufgabe), können ebenso als Teil der „Konditionen“ betrachtet werden wie die Definitionen von Aufgaben und Rollen der Bearbeiter, Gutachter und Entscheider.
Durch den Einsatz von KI kann der „Aufwand“ sowohl für Einreicher als auch für Bearbeiter, Gutachter und Entscheider erheblich gesenkt werden. Dublettenfilter, Vollständigkeits-Checks, (Um-)Formulierungshilfen und Entscheidungsvorlagen sind nur einige Stichworte. Insofern ist es besonders spannend, welche Anwendungen von KI bereits eingesetzt werden, geplant sind oder auf der Wunschliste stehen – das ist ein zentrales Thema im ergänzenden Benchmarking des aktuellen Kennzahlenvergleichs 2025, der Ihnen damit die erste umfassende Benchmark-Studie zur Nutzung von KI im Ideenmanagement bieten wird.
Neben dem „Preis“ können weitere Elemente einer Preispolitik auf das Ideenmanagement übertragen werden:
Als Musterbausteine für Geschäftsmodelle, die sich direkt auf die Preispolitik beziehen, hatten wir im Blogbeitrag „Geschäftsmodelle für das Ideenmanagement – Teil 4: Geschäftsmodellentwicklung“ vorgestellt:
Mit Platzierung ist die Festlegung der Zugangs- bzw. Distributionswege gemeint, über die Kunden in den Besitz oder Genuss des Produkts kommen können. Dabei ist zu berücksichtigen, dass ein Produkt nie nur für sich allein wahrgenommen wird, sondern stets auch im Kontext, in dem man es erhält bzw. mit ihm in Kontakt kommt. Wie man sich am „Point of Sale“ bzw. „Point of Purchase“ fühlt, welche Assoziationen man dort hat, beeinflusst, wie das Produkt bewertet wird.
Die „Promotion“ als viertes „P“ beinhaltet alle Kommunikationsmaßnahmen und -medien, mit denen Zielgruppen über die drei anderen „Ps“ informiert und generell positive Einstellungen zum Produkt und dessen Hersteller bzw. Distributor erzeugt werden sollen. Wie bereits erwähnt, ist dieses „P“ im operativen Geschehen des Ideenmanagements besonders wichtig, da Imageförderung und Werbung laufende Daueraufgaben sind, während Weiterentwicklungen an „Produkt“, „Preis“ und „Platzierung“ eher sporadisch und unter strategischen Gesichtspunkten erfolgen.
Abb. 1: Die im aktuellen Kennzahlenvergleich 2025 untersuchten Marketingelemente betreffen überwiegend das Thema „Promotion“
Im „Kennzahlenvergleich Ideenmanagement 2021“ hatten 28% der Produktionsunternehmen und 38% der Nicht-Produktionsunternehmen angegeben, dass das Ideenmanagement über ein eigenes Budget für Werbung und internes Marketing verfügt. Während sich keine Zusammenhänge mit der Beteiligungsquote, der Vorschlagsquote oder dem Umsetzungsanteil zeigten, waren Marketing-Budgets in Unternehmen mit einer höheren Einsparungsquote und einem höheren Abarbeitungsanteil etwas häufiger zu finden als bei geringeren Einsparungsquoten und niedrigeren Abarbeitungsanteilen.
Der klassische Marketing-Mix enthielt zunächst nur vier Instrumente, die sogenannten „4P“, die bereits in ihrem Zusammenhang mit dem Ideenmanagement beschrieben wurden: Produkt, Preis, Platzierung und Promotion. Insbesondere für das Dienstleistungsmarketing kamen dann weitere „Ps“ hinzu, von denen für das Ideenmanagement (als „People Business“) vor allem das Personal wichtig ist.
Als „Personen“, deren Ausstrahlung, Verhalten und Kompetenzen dazu beitragen, als wie attraktiv die „Dienstleistung“ des Ideenmanagements von „Kunden“ wahrgenommen wird, spielen die Ideenmanagerinnen und Ideenmanager sicherlich eine wichtige Rolle. Dies gilt für alle „Zielgruppen“ gleichermaßen. Abbildung 2 zeigt eine Zusammenstellung von Fähigkeiten und Persönlichkeitseigenschaften, die helfen, das Ideenmanagement erfolgreich „zu verkaufen“ (siehe auch Blogbeitrag „Und noch ein Erfolgsfaktor: die Ideenmanagerinnen und Ideenmanager“).
Einen gezielten Einstieg zum Erwerb der entsprechenden Kenntnisse und des „Handwerkszeugs“ für Ideenmanagerinnen und Ideenmanager bietet übrigens das Intensivtraining Ideenmanagement des Österreichischen Produktivitäts- und Wirtschaftlichkeits-Zentrum ÖPWZ, das am 10. März 2026 (online), 23. März – 24. März 2026 (in Präsenz in Wien) und 05. Mai 2026 (online) stattfindet. Für Teilnehmer am „Kennzahlenvergleich Ideenmanagement 2025“ gilt der reduzierte Preis für Mitglieder eines ÖPWZ-Forums.
Die „Customer Experience“ der Mitarbeiter wird zudem erheblich durch die Fach- und Führungskräfte geprägt, von denen Vorschläge bearbeitet, begutachtet und / oder entschieden werden. Ob Einreicher schnell Feedback erhalten und wie wertschätzend es vermittelt wird, hängt stark von den Einstellungen und Kompetenzen dieses „Personals“ ab. Wie bereits unter „Platzierung“ beschrieben, agieren im Idealfall auch die direkten Vorgesetzten als Teil des „Personals“ des Ideenmanagements, indem sie ihre Mitarbeiter in geeigneten Situationen inspirieren und zum Einreichen von Ideen ermuntern.
Je mehr die Abläufe im Ideenmanagement digitalisiert sind und je weniger die Ideenmanagerinnen und Ideenmanager Mitarbeitern persönlich begegnen, desto mehr Bedeutung erhält das „verkaufsfördernde“ Verhalten der Personen vor Ort. Insofern verwundert es nicht, dass in vorangegangenen „Kennzahlenvergleichen Ideenmanagement“ Trainings für Vorgesetzte und Schulungen (für Gutachter, Entscheider) vergleichsweise starke Zusammenhänge mit Erfolg im Ideenmanagement aufwiesen (siehe Blogbeitrag „Womit Erfolg im Ideenmanagement zusammenhängt“).
Ob man auch die oberste Leitung als Teil des für den „Verkaufserfolg“ des Ideenmanagements relevanten „Personals“ betrachten will, mag diskussionswürdig sein. Tatsache ist, dass die Ausstrahlung und das Verhalten der maßgeblichen Personen ganz erheblichen Einfluss auf die „Kaufbereitschaft“ sowohl der Mitarbeiter (als Einreicher) als auch der Fach- und Führungskräfte (als Bearbeiter, Gutachter, Entscheider und Motivatoren vor Ort) hat (siehe Blogbeitrag „Erfolgsfaktor 4/9 – Commitment: Promotion“).
Ihr individueller Ergebnisbericht des Kennzahlenvergleichs Ideenmanagement 2025 bietet Ihnen wertvolle Orientierung und vielfältige Anregungen. Gleichzeitig liefert er Ihnen anhand der soliden Auswertung von Zusammenhängen starke, weil faktenbasierte Argumente zur Versachlichung von Diskussionen mit Entscheidern in der Unternehmensleitung, mit Betriebsräten, Führungskräften oder anderen Stakeholdern des Ideenmanagements. Und er unterstützt Sie außerdem noch ganz direkt beim internen Marketing für Ihr Ideenmanagement!
Denn da „der Prophet im eigenen Lande nichts gilt“, ist es naheliegend, einmal andere Unternehmen als Propheten-Ersatz heranzuziehen und auf relevante Player als „Referenzkunden“ hinzuweisen. Genau dafür bietet sich die Teilnehmerliste des Kennzahlenvergleichs Ideenmanagement an. Ob bekannte DAX-Unternehmen, Markenhersteller oder Hidden Champions, ob soziale oder öffentliche Einrichtungen, ob Kunden, Lieferanten, Wettbewerber oder lokale Nachbarn des eigenen Unternehmens – schon für sich genommen sind die Namen der Teilnehmer am Kennzahlenvergleich ein Argument, Ideenmanagement ernst zu nehmen. (Anmerkung: Die Teilnehmerliste im Anhang der individuellen Ergebnisberichte lässt keine Rückschlüsse auf Kennzahlen anderer Teilnehmer zu. Die Auswertungen selbst sind absolut anonym).
Spannend ist auch die Vielfalt der Branchen. Erstens, weil der Austausch mit Teilnehmern aus ganz anderen Tätigkeitsfeldern den Horizont erweitern und zu völlig neuen Lösungen führen kann. Zweitens, weil fast jeder fündig wird, wenn es Gründe gibt, gezielt den Austausch mit anderen Unternehmen der eigenen Branche zu suchen. Die Abbildung 4 im Beitrag „Kennzahlenvergleich Ideenmanagement 2024 – Ergebnisse 1“ zeigt die Branchenverteilung im Jahr 2024.
Nutzen Sie Ihre Ergebnisse des Kennzahlenvergleichs Ideenmanagement als Werkzeug, um Ihr Ideenmanagement operativ, konzeptionell und argumentativ für gegenwärtige und zukünftige Herausforderungen fit zu machen! Die Datenerfassung läuft bis 2. April 2026, das Datenblatt steht auf der Benchmark-Webseite zum Download bereit!
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